Presse

Das Leben – ungeschminkt

 

 Badischen Zeitung: Roswitha Frey
 22. November 2017

 

Myrtil Haefs präsentierte ihr neues Programm "Der Lack ist ab – der Glanz bleibt".

 

 

FAHRNAU. "Nicht geschminkt, nicht geschönt, geföhnt aber schon": Mit augenzwinkerndem Charme und erfrischender Selbstironie singt und erzählt Myrtil Haefs über das Leben, auch über ihr eigenes. In ihrem neuen Programm "Der Lack ist ab – der Glanz bleibt" präsentiert sich die Diseuse wunderbar entspannt, lebensklug und humorvoll und bewegt sich voller Eleganz, Leichtigkeit und Esprit durch die Welt der Chansons und Geschichten.

 

 

 

Mit zunehmender Lebensreife werde man wie "ein gut gereifter Spätburgunder", man lerne loszulassen und bleibe im Herzen jung, so kommentiert es die charismatische Sängerin, Kabarettistin und Entertainerin, die mit ihrem Klavierpartner Michael Faßbender in der Kleinkunstreihe der Kulturkooperation in der Kirche St. Agathe in Fahrnau gastierte. Elegant in schwarzer Hose und schwarzglitzernder Jacke reflektiert die Freiburger Künstlerin das Älterwerden und Jungbleiben. "Etwas geht noch!" ist die Devise dieser hinreißenden Chansonlady, die aus dem Vollen ihrer Bühnen- und Lebenserfahrung schöpft. Ihre tiefe, dunkle, warme Stimme erinnert mal an Zarah Leander, mal an Hildegard Knef, aber auch an Edith Piaf, und es hat immer etwas sehr Persönliches, Ungekünsteltes, wenn sie über Biografisches erzählt. Sie nimmt auch den Zeitgeist ironisch aufs Korn, etwa die High Society-Ladys, die mit Botox und Lifting gegen die Spuren des Alterns angehen, oder die Auswüchse der digitalen Welt, in der es "in" ist, sich auf Facebook zu tummeln und "Followers" statt echter Freunde zu haben und sich "Likes" als Streicheleinheiten abzuholen.

 

"Im Herzen jung", singt Myrtil Haefs, die auf bekannte Melodien eigene neue Texte geschrieben hat und diesen umgetexteten, jazzig angehauchten Liedern, Songs und Chansons eine ganz persönliche Note gibt. Etwa, wenn sie mit rauchigem, verführerischem Timbre "Roter Mohn" singt wie einst Rosita Serrano und über ihre Schwester erzählt, die wie eine Mischung aus Gina Lollobrigida und Sophia Loren aussah: eine "Sexbombe" mit "Mordsfigur". Immer wieder wechselt Myrtil Haefs geschickt zwischen Liedern, Gedichten und Geschichten, in denen sie Erlebnisse aus ihrem Leben einflicht. So spielt sie auf ihr Kunststudium an, was in den 60er und 70er Jahren für Frauen noch keineswegs so selbstverständlich war. In einer witzigen Kabarettnummer mimt sie eine fiktive Avantgarde-Künstlerin, die nur noch mit Wasser malt und mit ihrer Volvic-Serie und ihren Obstler-Stillleben den Kunstmarkt erobert.

"In der Erinnerung" ist eine wunderschöne Hommage an ihre Mutter, die "eine Seele von Mensch" war, "der Planet, um den sich alles drehte". Humorvoll und charmant sind auch Myrtil Haefs Liebeserklärungen an ihre Katze: "Männer kamen und gingen, die Katze blieb." In der "Katzensymphonie" imitiert die Chanteuse hinreißend das Fauchen und Miauen der Stubentiger. Auch in "Kiss me Tiger" und einem Auszug aus dem Fragebogen für "Das geliebte Haustier" thematisiert die Künstlerin die Katzenliebe. In Liedern, Lyrischem und Lebenserinnerungen entwirft die Grande Dame des Musik-Cabarets ein Bild der

 

 

"Frau von heute", stark und selbstbewusst: "Wir sind es, die Utopien entfalten und die Welt zusammenhalten." Von Zeit zu Zeit tue es gut, die Seele und die Wohnung zu entrümpeln, meint Myrtil Haefs in einer humorvollen Nummer über Feng Shui.

Auch dem Thema Liebe und Männer widmet sich die Diseuse, die von ihrem Pianisten Michael Faßbender einfühlsam am Flügel begleitet wird. Sehr berührend und eindringlich klingt ihr Gesang im tieftraurigen Chanson "Bitte geh nicht fort", in dem die Furcht vor dem Alleinsein mitschwingt.

Mal nachdenklich, mal lebensphilosophisch, mal warmherzig, mal voller tänzerischer Eleganz und augenzwinkerndem Humor beleuchtete diese große Künstlerin alle Facetten des Lebens. Und sie verabschiedete sich von ihrem kleinen, aber sehr begeisterten und beifallsfreudigen Zuhörerkreis mit dem mitreißenden Lied "Ich weiß, was ich will" über das kleine Glück im Alltagsleben.


DIE FRAU KANN ES EINFACH

 

BZ Kultur
Dienstag, 15. März 2016

Chansonnière, Kabarettistin, Schauspielerin: Myrtil Haefs' "Der Lack ist ab – der Glanz bleibt" bei den "Schönen der Nacht" in Freiburg.

Hohe künstlerische Qualität, beeindruckende Bühnenpräsenz: Myrtil Haefs vereint diese beiden Ingredienzien für erfolgreiche Auftritte und bewies diese Tatsache am Freitag und Samstag bei den "Schönen der Nacht", dem Musiktheater im Freiburger E-Werk. "Der Lack ist ab – der Glanz bleibt" versprach der Titel an beiden Abenden, dazu "Entertainment der reiferen Art".

Myrtil Haefs beherrscht so einiges – und dies trotz, nein gerade aufgrund von Lebens-, Liebens- und nicht zuletzt Bühnenerfahrungen. Ob als Sängerin, Aktrice oder mit kabarettistisch-satirischem Repertoire: Die Frau kann es einfach. Ja, und auch die eine oder andere kleine Tanzeinlage klappt noch (fast) reibungslos… Begleitet, ein Stück weit auch inszeniert wurde die Frau mit der wohlmodulierenden tiefen Stimme im E-Werk von Andreas Binder am Flügel. Auf Binders Konto gehen auch die Liedarrangements, die der Künstlerin offensichtlich auf den Leib geschnitten worden sind, und zwar im besten Sinne des Wortes. So konnte Haefs ihre Wandlungsfähigkeit zur Geltung bringen, zwischen Melancholie und Melodramatik auf der einen und weiblich-authentischem Esprit auf der anderen Seite changieren. Da gab es die Hommage an die Mutter – "ohne sie wäre ich nicht da, wo ich heute bin" –, die als "der Planet,/um den sich alles dreht" besungen wird, ebenso wie die Warnung vor der "Freundschaftsfalle" sozialer Netzwerke wie Facebook. Und immer wieder spielten das Kokettieren mit Alter und Altern die ihnen zustehende Rolle: selbstverständlich ein Thema, aber eines, das Myrtil Haefs augenzwinkernd zu Kenntnis, jedoch nicht ganz ernst nimmt. Bekannte Melodien sind es, denen Haefs mit neuen Texten und ihrer charakteristischen Stimme auch zu neuem Glanz verhalf, dies selbstredend ganz im Sinne des Programmmottos. Die Bandbreite reichte von Elvis Presleys Rockabilly-Nummer "Don't Be Cruel" über klassischen Chanson bis hin zu Udo Jürgens' "Ich weiß was ich will", das Myrtil Haefs zum individuellen Statement und Bekenntnis zu Leidenschaft und Lebenslust nutzte. Als Sahnehäubchen gab es auch das eine oder andere Schmuckstück auf Französisch und Italienisch, inbegriffen Schmelz, "amour" und "amore".

In einem Satz: Die Versprechen des Programmtitels wurden von Haefs mehr als nur eingelöst. Chansonnière, Kabarettistin, Schauspielerin: Als was Haefs letztlich am meisten beeindruckt, lässt sich nicht reinen Gewissens beantworten. Es ist wohl doch das vielzitierte Gesamtkunstwerk, das, auch dank der überzeugenden Regiearbeit von Christian Bronder, begeistert – auch, nein gerade ohne Lack besonders glänzend.

 

MOSAIK DES LEBENS

Kulturjoker
Ausgabe April 2016

"Der Lack ist ab – der Glanz bleibt!": 
Myrtil Haefs mit neuem Programm im E-Werk

"Da geht noch was!", verspricht Myrtil Haefs neues Programm, dem mittlerweile neunten nach mehr als 25 Jahren Bühnenerfahrung. Hinein ging jedoch erst mal nichts mehr ins ausverkaufte Studio der Schönen im Freiburger E-Werk, denn bis auf den letzten Stuhl waren alle Plätze ausverkauft. Ja, sie hat viele Fans, die charmante Freiburger Diseuse mit der wunderbar tiefen Stimme.

Diese zog denn auch unmittelbar in ihren Bann. Häufig – und zwar mit Recht - wird sie wegen des tiefen Timbres und schnellen Vibratos als eine Art Mischung aus Hildegard Knef und Edith Piaf beschrieben. Gleichwohl, ihr energie­geladener stimmlicher Ausdruck hat beglückende Wirkung und trägt auch darüber hinweg, dass sich das "Entertainment der reiferen Art" für manchen Moment als Lebenshilfe für ältere Semester ausnahm.

Diese stellten denn auch den Großteil des Publikums, obwohl die Produktion durchaus auch Jüngere anspricht (Regie: Christian Bronder). Denn Myrtil Haefs hat in ihren Liedern und (wunderbaren eigenen) Texten sehr viel zu erzählen. Lustige, traurige, freche und frivole Geschichten – manchmal fast schon ein bisschen Ladies Night – von denen sicherlich die ein oder andere aus dem eigenen Leben gegriffen ist. Etwa als sie die Panik vor dem Alleinsein oder dem Verlassen-Werden beschreibt, die Frauen eines bestimmten Alters zuweilen ergreift, und die sie selbst inzwischen souverän hinter sich gelassen hat. Bezeugt wird das in dem sehr ergreifenden Lied "Bitte geh nicht fort", das zutiefst berührt – nicht zuletzt deshalb, weil Myrtil Haefs es ohne Ironie und Kalauer vorträgt als vielmehr jene abgrundtiefe Trauer zu vermitteln versucht, die mit der Komposition dieses schönen Stückes einhergegangen sein mag.

Überhaupt ist dies die wahrhaft große Stärke Myrtil Haefs: Ob Melancholie oder Witz, alles hat in diesem Programm, wie aus einem Mosaik des Lebens gegriffen, nebeneinander seinen Platz ohne je an Überzeugungskraft einzubüßen. Nichts ist geliftet, nicht geschönt eben, wie sie sagt, dafür ehrlich, souverän, gekonnt: Diese Frau hat einfach Format; und mit Andreas Binder nicht zuletzt auch einen phantastischen Pianisten an ihrer Seite, der empathisch alle Stimmungen aufzufangen und zurück zu spiegeln versteht.

 

Friederike Zimmermann

 

BEISPIELE AUS VORHERIGEN PRODUKTIONEN

 

Heilbronner Stimme
große Dame, große Gesten: Myrtil Haefs.

Mindener Tagblatt
Schauspielerin und Diseuse von hohen Graden brillierte im Hansehaus.

Badische Zeitung
(im "Klösterle") Die Quintessenz eines prallvollen Lebens und Liebens stellt der rasante Finalsong "Karusell" in Myrtil Haefs' Programm dar. Ihre Songs und Kurz-Stories, traurig-witzig-rührende Minidramen, haben sich ein großes Publikum erobert. Ihr gelingt, was deutsche Kabarettistinnen ächzend und knirschend nur ausnahmsweise schaffen: vom Leben erzählen.

Im Weisweiler "Fenster"
Myrtil Haefs ist nicht partout auf "Humor" aus. Sicher, es darf gelacht werden. Und es wird gelacht, oft und von Herzen. Aber der Witz geht tief, der Clou oft bis in die Seele. Bis dort, wo das Denken anfängt, oder mitunter sogar bis dort, wo das Denken aufhört. Einem Menschen dabei das Lachen nicht zu vergraulen, ist eine große Kunst. Myrtil Haefs beherrscht diese Kunst.

Westdeutsche Zeitung
Wandlungsfähig wie ihre Erscheinung präsentiert sich auch ihre Stimme. Der voluminöse, verhangene Alt klingt immer wieder anders. Mal leise vibrierend, dann wieder laut tönend; sie ist geheimnisvoll wie Zarah Leander, frivol wie Helen Vita und stimmgewaltig wie Edith Piaf.

Glanzvolle Entertainerin, eine Klassefrau.

 

ZUSCHAUERSTIMMEN

 

Martina Best-Kienzle, Freiburg
Niemals hätten wir gedacht, dass Myrtils Vorstellung eine so andere werden würde als die früheren, die wir stets auch immer sehr genossen haben, obwohl (manchmal auch weil) wir die einzelnen Nummern schon gut kannten. Und niemals hätten wir gedacht, dass diese völlig andere Vorstellung uns sooo gut gefallen würde! Sie hat uns beeindruckt mit ihrer wunderbaren Stimme, ihrer Wandlungsfähigkeit, ihrem Augenzwinkern und der ihr eigenen Art, Ernstes auf spielerische Art und humorvoll leicht darzubieten. Es war eine sehr persönliche Vorstellung, in der viel Arbeit, Können und Glanz steckte, souverän dargeboten. Gratulation auch an Christian Bronder zu der einfühlsamen Regiearbeit. Und Gratulation auch an ihren wunderbaren Pianisten Andreas Binder. Es war eine besondere Harmonie zwischen ihnen – sie waren "eins".

Klaus Gülker, Unterhaltungschef SWR4
Dieses Lachen! Tief, warm, fröhlich kommt es aus der Garderobe. Da sitzt sie, Myrtil Haefs, die Grande Dame, eine in jeder Hinsicht große Künstlerin. Ganz lässig, als würde sie schon seit Jahrzehnten nichts anderes machen. Stimmt ja auch: Die Diseuse ist seit langem im Geschäft, das bei ihr kein Geschäft ist, sondern eine Herzensangelegenheit. Kaum hat sie die Bühne betreten, hat sie ihr Publikum im Griff. Kontra-Alt, das ist ihre Stimmlage. Ganz schön jung kommt es rüber, auch weil sie die Lieder modernisiert. Bekannte Songs. Aber mit neuen, eigenen Texten. Augenzwinkernd singt und erzählt sie von ihrem Leben. Und wie lässig und witzig sie das tut! Heiterkeit kommt auf. Die Leute haben ihre Freude. Und irgendwann werden auch die letzten noch gelernt haben, dass man "Haefs" wie "Haafs" ausspricht. Dann steht einer Weltkarriere nichts mehr im Wege...

Lisbeth Felder, Schauspielerin
Du warst toll. So viel Süße, aber bittersüß wie die dunkle Schokolade und toll entwickelte Stimme. Hat mir richtig gut gefallen – Da STEHT wirklich e Portion auf der Bühne, im Sinn von Präsenz und "gelebtes Leben"…

Gaby und Erich Franz, Freiburg
Der Abend war wunderbar und Gaby hat Tränen gelacht, insbesondere bei der zeitgenössischen schweizer Künstlerin – speziell in ihrer Volvic-Phase.

Du bist eine wunderbare Künstlerin und wir hoffen, dass wir Dich noch viele Male bewundern dürfen – dein Esprit und deine Originalität.

Renate und Herbert Oesterle, Endingen
Super, super toll! Wir sind begeistert. Dein Auftritt war überragend. Super Kondition!

Die Künstlerin aus der Schweiz und ihre Maltechnik hat uns überzeugt. Das ist es!

Dagmar Klebelsberg, Freiburg
So viel Ehrlichkeit und so viel Talent – toll! Mein Lieblingslied an deinem Premierenabend: "Via con me" – perfekt für dich. Perfekt für deine Stimme, deine Attitüde, einfach klasse, dieses Leichte, Elegante, Verführerische, das du da hineinlegst – it's wonderful!